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Pippo Pollina - Biografie

Pippo PollinaPippo Pollina wird 1963 in Palermo geboren. Von klein auf zeigt er großes Interesse für Gesang und Musik. Seine künstlerische Geschichte beginnt 1979 in Palermo, der Stadt, in der er aufwächst und alle Schulen besucht. Nach dem naturwissenschaftlichen Abitur, studiert er Jurisprudenz und gleichzeitig klassische Gitarre und Musiktheorie am Konservatorium "Amici della Musica".

In diese Zeit fällt auch die Gründung einer musikalischen und kulturellen Gruppierung, die später als "Agricantus” aktiv wird. Es ist eine Gruppe interessierter Leute, die nach Volksmusik Traditionen sucht, vor allem auf den Spuren lateinamerikanischer und sizilianischer, oder genereller, süditalienischer Musik geht. Während sechs Jahren (1979 bis 1985) macht Pippo Pollina mit "Agricantus” seine ersten Konzert Erfahrungen in Italien und im Ausland. Sie unternehmen viele Reisen, treffen viele Menschen und halten Seminare in Schulen.

Für die Entwicklung der Persönlichkeit ebenso bedeutend ist die kurze, aber prägnante Erfahrung als Journalist bei der Monatszeitschrift "I Siciliani”. Giuseppe Fava, der Chefredakteur der Zeitung wird 1984 für seine innovativen und mutigen Reportagen über die Verbindungen von Mafia und Politik in Catania ermordet.

Pippo PollinaIn einem Klima der Unterdrückung und Korruption, und weil es keinerlei Aussichten auf Veränderung gibt in den 80er Jahren, aber auch aus großer Lust auf Abenteuer und Unbekanntes, entscheidet sich Pippo Pollina sein Studium abzubrechen und Italien Ende 1985 zu verlassen. Es folgt eine Phase großer Freiheit auf seiner Reise ohne klares Ziel. Sie dauert ungefähr 2 Jahre. Fast alle europäischen Länder werden bereist: von Ungarn, zur Ex -DDR, nach England, Frankreich, Österreich, Deutschland und die Schweiz bis nach Skandinavien. Mit seiner Gitarre spielt er auf der Strasse, in Metrostationen oder Restaurants. Überall dort, wo es möglich ist Geschichten zu erzählen und neue zu sammeln. Musik ist die große kommunikative Brücke, die Barrieren einreist, Vorurteile auflöst, aus der eine eigene Sprache entsteht.

In Luzern wird er von dem Schweizer Liedermacher Linard Bardill entdeckt und zum Mitarbeiten bei den Aufnahmen zu "I nu passaran” engagiert. Während der ausgedehnten Konzerttour mit ungefähr 60 Konzerten in der ganzen Schweiz und gelegentlich in Belgien und Deutschland, begleitet Pippo Pollina Bardill. Mit "Aspettando che sia mattino” nimmt Pippo Pollina sein erstes eigenes Album auf, das bei der Schweizer Plattenfirma Zytglogge erscheint. Ab Anfang 1988 ist Pollina mit seinem ersten Solo Programm auf verschiedenen Bühnen in der Schweiz und Osterreich zu sehen und hören.1989 gewinnt er den Schweizer Radiopreis von DRS1, mit dem er eine neue Platte "Sulle orme del Re Minosse” aufnimmt. Danach geht er bis Ende 1990 auf Tournee und wagt diesmal auch den Schritt nach Deutschland. Ab 1991 legt er sein drittes Album "Nuovi giorni di settembre” vor und präsentiert es bis Ende 1992 im deutschsprachigen Raum und bis Skandinavien, wo er in mehreren Theatern und an der Universität Stockholm auftritt. In diesem Jahr tritt er an wichtigen Schweizer Festivals auf , z.B. am Open Air St.Gallen und Lugano neben internationalen Größen wie Tracy Chapman oder Van Morrison. Im selben Jahr trifft er auch den bekannten deutschen Liedermacher Konstantin Wecker, mit dem er verschiedene Lieder auf Deutsch und Italienisch schreibt. Auf der CD "Le pietre di Montsegur”, die 1993 erscheint, singt Wecker "Terra” während Pollina mit Wecker auf dem Album Uferlos "Questa nuova realtà” duettiert.

Pippo Pollina"Questa nuova realtà” wird ein Erfolg und Konstantin Wecker überzeugt Pollina seine Pläne zu ändern und mit ihm und dem Programm "Uferlos” auf Tour zu gehen. Während des ganzen Jahres 1993 lernt ein breites deutsches Publikum Pollina kennen und schätzt ihn von da an als einen authentischen Referenten einer modernen Italianità. 1994 ist ein Jahr reger Konzerttätigkeit im Duo mit dem Geiger Salvo Costumati in A/ B/ CH/ D. Zusätzlich nimmt er an zahlreichen Festivals teil, wo neue Kontakte und die Zusammenarbeit mit anderen Musikern entstehen. 1995 spielt er "Dodici lettere d’amore” ein und veröffentlicht das Album mit der außerordentlichen Mitarbeit von George Moustaki im Lied "Leo”, das dem großen verstorbenen Chansonnier Leo Ferre gewidmet ist. Außerdem sind der legendäre Jazz-Saxofonist Charlie Mariano und die Berliner Avantgarde Gruppe "L’art du passage” mit dabei. Es folgt eine ausgedehnte Tournee bis Mitte 1996 in Österreich, Deutschland der Schweiz und zum ersten Mal auch in Frankreich und Ägypten und vor allem die Teilnahme am Troubadour Festival, einer reisenden Konzertschau mit Moustaki, José Feliciano, Wecker und Angelo Branduardi.  

1996 erhält Pollina den Kleinkunstpreis"Kupferle” als bester Künstler der Saison (Preis der "Zehntscheuer" Ravensburg) und den Förderpreis der Stadt Zürich. "Il giorno del falco" erscheint 1997. Das Album ist dem chilenischen Liedermacher Victor Jara gewidmet, der 1973 beim Militärputsch in Chile ermordet wurde. Nennenswert sind hier, neben den wichtigsten Schweizer "Session-men” das sein Freund Wecker in einer neuen Version von "Questa nuova realtà” wieder auftaucht. Die Tour erstreckt sich mit einem Quartett auf über hundert Konzerte. Ende 1997 erscheint beim Deutschen Facteon Verlag das Buch "Camminando camminando...” in der Schweiz und in Deutschland. Es ist ein langes und intensives Interview-Gespräch mit dem Musikjournalisten Benedetto Vigne des Zürcher Tagesanzeiger. Gemeinsam zeichnen sie die künstlerische und persönliche Geschichte von Pippo Pollina nach. Davon erfährt, während einem Aufenthalt im Europaparlament in Brüssel Leoluca Orlando, der bekannte Politiker und Bürgermeister von Palermo, Kämpfer gegen das organisierte Verbrechen. Er stellt die entscheidenden Fragen: Warum ist Pollina in der Heimat unbekannt? Warum kennt niemand in Italien oder Palermo seinen ungewöhnlichen, künstlerischen Weg? Warum hat Pollina keine Spuren in seinem Ursprungsland hinterlassen? Davon sprechen die beiden in jener Nacht in Brüssel, in der Pollina sich entscheidet, dass der Zeitpunkt gekommen sei, wieder in Italien aufzutreten. Oder besser, noch einmal anzufangen. Orlando organisiert eine Pressekonferenz in der prestigeträchtigen Villa Niscemi. Anwesend sind auch Linard Bardill, der Kulturzuständige der Stadt Zürich, Nicolas Bärlocher, die deutschen Verleger des Facteon Verlags, der Autor von "Camminando camminando...” Benedetto Vigne und zahlreiche JournalistInnen von Printmedien und Fernsehen aus Deutschland und der Schweiz und diesmal auch aus Italien. "La Republica” eine der wichtigsten italienischen Tageszeitungen und RAI 1 übertragen den Anlass mit Interesse. Es folgt eine fast improvisierte Minitournee mit Konzerten in Rom, Neapel, Caserta und natürlich Palermo.

1998 erscheint das Album "Il giorno del falco" endlich auch in Italien unter dem Label "SONY international”. In diesem Jahr beherrschen vor allem zwei Projekte die Aktivitäten Pollinas. Die Wintersaison in Theatern in A/ D/ CH mit dem argentinischen Gitarristen Pablo Miguez. Im Sommer die Teilnahme an verschiedenen Open airs in Italien im Quartett mit dem Ehren-Gastmusiker Charlie Mariano. 1999 erscheint in Italien ein Buch (Einaudi Editore) mit dem Titel "Storie eretice di cittadini perbene" des Soziologen und Politikers Nando dalla Chiesa, in dem ein ganzes Kapitel der menschlichen und künstlerischen Geschichte Pollinas gewidmet ist. Im Januar 1999 veröffentlicht er die Single "Ken” in Italien mit dem wunderbaren Cover des Comiczeichners Ivo Milazzo. "Ken” wird in Italien während zwei Monaten am Radio gespielt und begleitet die erste wirkliche Tournee von Pollina in Italien. Die Derniere des Programms spielt er in Palermo auf der magischen Bühne des Teatro Biondo. Ende Sommer 1999 veröffentlicht der Sizilianer "Rossocuore", sein siebtes Album, das gleichzeitig in A/ D/ CH und nun auch in Italien erscheint. Die Mitarbeit von über 35 Musikern, ein Teil des Zürcher Philharmonie Orchesters, die Hammond Orgel von Matt Clifford (Rolling Stones), die Schlagzeuger Saturnino und Pier Foschi (Jovanotti) und Walter Keiser (Vollenweider), aber vor allem die Stimmen von Franco Battiato, José Seves (Inti-Illimani) und von Nada machen aus dem Album eines der interessantesten Werke, die 1999 in der Schweiz aufgenommen wurden. Mit 100 Konzerten im Sextett führt die Tour in alle Länder in denen die CD erscheint. Der Videoclip "Finnegans wake” ist auf Sendern der Schweiz und Italien häufig zu sehen. Mitte 2000 erscheint nur in den deutschsprachigen Ländern "Elementare Watson" mit zwei Stücken, die in den legendären Abbey Road Studios in London eingespielt wurden. Der Videoclip "Weg vo Züri” läuft auf spezialisierten Sendern. Das Theater Programm "20 Jahre Musik ohne Grenzen” das Pollina solo bestreitet, wird mit großem Enthusiasmus seitens der Kritik und des Publikums begrüßt. Im September 2000 beginnt daher eine gigantische Tournee durch die deutschsprachigen Länder. Erst im Februar 2001 kehrt er im Quintett nach Italien zurück, wo er erstaunliche Publikumszahlen vor allem in Verona und Rom erreicht. Im Sommer 2001 nimmt er zusammen mit den legendären Inti-Illimani zum zweiten Mal in veränderter Version sein Lied "Il Giorno del falco” auf. Die Inti-llimani laden Pollina in der Folge ein, als Gast auf ihren Konzerten in Italien zu spielen.

Inzwischen hat der Cantautore aber weitere Lieder eingespielt: so zum Beispiel das berühmte Stück von Jaques Brel "Amsterdam”, von dem er eine selber getextete, italienische Version anbietet. Hier wirkt der italienische Akkordeonist Ambrogio Sparagna mit. Demnächst also wird nun die neunte CD von Pippo Pollina auf den Markt kommen, diesmal exklusiv für Italien. Sie trägt den Titel "Versi per la libertà” (Verse für die Freiheit). Das Album wird von den italienischen Kritikern mit großer Begeisterung begrüßt, und es sind die Fachzeitschriften ("Rockstar", "Mucchio Selvaggio", "Rockerilla"), wie auch die Kulturseiten der wirkungsvollen Tageszeitungen ("Corriere della Sera", "Il Messaggero"), in denen von einem Pippo Pollina als Erben des großen Liedermachergutes in Italien berichtet wird.

Pippo Pollina liveDie Tournee 2002 mit seiner neuen "Palermo Acoustic Band" besiegelt all das Gute, dass in den vorherigen Jahren gesät wurde. Aber es geschieht noch etwas Unerwartetes 2002: Pippo Pollina und Linard Bardill entscheiden sich dafür, im Rahmen einer kurzen Konzertreihe ihre Freundschaft auf der Bühne zu zelebrieren. Die Tournee "Insieme" enthüllt einen unerwarteten Erfolg. Die Wiederaufführungen verdoppeln sich, und die beiden nehmen eine Live-CD auf, um der Öffentlichkeit mehr der schönen Momente des Ereignisses zu schenken. Die wenigen Tausend der CDs, die in limitierter Auflage herausgebracht wurden, waren innerhalb von drei Wochen ausverkauft. Das Album "Insieme" von Pippo Pollina und Linard Bardill wird daher dazu bestimmt sein, ein kleiner Kultgegenstand für diejenigen treuen Zuhörer zu bleiben, die den Werdegang der beiden Liedermacher-Freunde von Anbeginn an verfolgten.

Im Januar 2003 wird das Album "Racconti brevi" in A/CH/D veröffentlicht. Pollinas neues Werk, in der Schweiz und England aufgenommen und vom dänischen Musiker P.G.Rebeiz produziert und arrangiert, wird durch die Teilnahme namhafter Musiker veredelt: die Streicher des INSO, International Ukrain Symphony Orchestra, die Gitarren von Robbie McIntosh (Dire Straits, Paul Mc Cartney) und John Themis (Boy George), die Percussion von Ossam Ramzy (Peter Gabriel) etc. Die Promotion Tournee des Albums beginnt in der Muffathalle in München im Januar 2003 und wird den sizilianischen Cantautore zusammen mit seinem "Palermo Acoustic Quartet" ein ganzes Jahr lang auf Trab halten. 170 Konzerte in I/CH/FL/A/D und Holland für ein ständig wachsendes Publikum. Besonders denkwürdig die Auftritte in München (Tollwood Festival), Stuttgart (Festival der Kulturen), Palermo (Lo spasimo), Innsbruck (Arena Festival) und im legendären "Moods" Jazzclub in Zürich. Aufgrund des wachsenden Interesses für Pippos Musik erscheint im April 2003 in Italien das für die Indipendent Music – Serie neu zusammengestellte Album "Camminando" und wird durch eine 70 Seiten lange Monographie ergänzt. Im Sommer 2003 gewinnt er die "Rino Gaetano" - Auszeichnung am gleichnamigen "Rino Gaetano - Festival in Crotone.

Pippo Pollina liveAnfang 2004 beschliesst Pippo Pollina ein persönliches Rezital aus Liedern und Geschichten nach Italien und Österreich zu bringen. Zusammen mit seinen Musikern Antonello Messina und Enzo Sutera geht er auf Tournee und nimmt auch am Musik Festival von Mantova teil (vom Senator Nando Dalla Chiesa als Gegenpol zum Sanremo - Festival organisiert), wobei er von der Publikumsjury des Ariston Theaters in die Ränge der besten Drei erkoren wird. Er nimmt am "Chansonnier" Festival im Theater Ciak in Milano teil und spielt in weiteren grossen italienischen und österreichischen Städten, Genua, Rom, Sassari, Wien, Graz usw. Im Frühling 2004 verwirklicht sich Pippo Pollinas Kino - Debüt. Der Schweizer Regisseur Walo Deuber verpflichtet ihn als Hauptdarsteller im Film "Ricordare Anna" neben bedeutenden Interpreten wie Giuseppe Cederna (Oskar mit Salvatores im Film Mediterraneo), Bibiane Beglau (Silberner Bär am Film Festival von Berlin 2000) usw. Zusammen mit seinem Produzenten Peter Rebeiz komponiert er die Filmmusik.Der Spielfilm kommt 2005 in die Kinos und nimmt u.a. am Festival in Locarno teil.

Im Jahr 2005 veröffentlicht Pippo Pollina seine neue CD "Bar Casablanca" mit anschließender Europatournee mit dem Palermo Acoustic Quartett ... und die Reise geht weiter...

Nach einigen Jahren mit dem Palermo Acoustic Quartett geht Pippo Pollina erstmals wieder mit einem Soloprogramm "Racconti e Canzoni - Lieder & Geschichten" ab März 2006 (Premiere am 2. März 2006 im Theaterhaus Stuttgart) auf Tournee. Er wird von Enzo Sutera (Gitarren) als Special Guest begleitet. Die Solotournee führt ihn durch ganz Deutschland, Italien, Österreich und die Schweiz.

Im November 2006 nimmt er seine erste Live-CD und DVD "RACCONTI E CANZONI" mit 25 Kompositonen auf, die im Dezember 2006 veröffentlicht wird. Pippo Pollina wird für den Schweizer Kleinkunstpreis 2007 nominiert. Die erfolgreiche Solotournee wird 2007 fortgesetzt.

Nach einem Wiedersehen mit Konstantin Wecker wird spontan entschlossen, nach 14 Jahren erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Kurzerhand wird eine kleine Tournee "UNA NUOVA REALTA" organisiert, die im Frühjahr 2007 durch Deutschland, Schweiz und Österreich führt. Im Sommer gipfelte dieses Zusammentreffen bei einem umjubelten Konzert biem Gaffenberg-Festival in Heilbronn.

Ebenfalls im Sommer 2007 wird Pippo Pollina für seine bisherige musikalische Laufbahn mit dem "Premio alla Carriera" während des "Festival della Canzone italiana d'Autore" im Münchner Gasteig, ausgezeichnet.

Am 27. Juni 2007 hat Pippo Pollinas erste Liedermacheroper "Ultimo volo - Der letzte Flug" - eine Oper über die Tragödie von USTICA in Bologna im Teatro Manzoni, Premiere. Diese Urauführung wurde sowohl seitens des Publikums als auch der Medien frenetisch gefeiert.

Das Jahr 2008 beginnt mit einer grossen gemeinsamen Tournee durch die Schweiz mit Linard Bardill und einem neuen Programm "Di nuovo insieme", welche beide Musiker auch für 3 Konzerte nach Deutschland führen wird. Darüber hinaus wird Pippo Pollina weiter hin sein "Racconti e Canzoni"-Programm mit dem Schweizer Gitarristen Jean-Pierre von Dach fortsetzen und  es werden einige Konzerte zusammen mit Konstantin Wecker und Band "Über die Grenzen - Canzoni per la libertà" in Deutschland und eines in der Schweiz folgen.