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Pippo Pollina - Pressestimmen

"Der Bote" - Lokalsausgbe der "Nürnberger Nachrichten", 30. April 2010

FEUCHT- Es ist, wie es immer ist, wenn Pippo Pollina, der italienische Sänger aus Palermo, in Feucht bei Veranstalter Schall und Rauch auftritt: Seine Fans erorbern die Reichswaldhalle im Nu. Von Nah und Fern waren sie nach Feucht geströmt, um den zierlichen Mann mit der großen Stimme zu hören. Kein Wunder also, dass nach zwei Jahren "Pippo-Pause" dieses Konzert ausverkauft war.

Und Pollina enttäuschte seine Fans nicht. Stimmgewaltig wie eh und je, mit ausdrucksstarker Musik, charmant, mal Italienisch, mal Deutsch mit Schweizer Akzent plaudernd, bot er einen großartigen Abend, ein Konzert, das noch lange nachschwang und bei dem man am liebsten laut mitgesungen hätte.

Seit Jahren gehört der gebürtige Sizilianer, der heute in Zürich seine Heimat gefunden hat, zu den Größen der internationalen Liedermacher. 17 veröffentlichte Alben sprechen für sein intensives künstlerisches Schaffen, ebenso wie die vielen Konzerttourneen in Italien, Deutschland, der Schweiz und Österreich.

In der Reichswaldhalle singt er diesmal zwischen Flügel und Gitarre wechselnd viele seiner bekannten Lieder, verzaubert sein Publikum mit einer "Musik der großen Gefühle". Sie handeln von Freiheit, Widerstand, Freundschaft, Menschlichkeit und nicht zuletzt Liebe, angefangen von "Leo", "Due die Due", "Centopassi" bis hin zum "Sambadio" und dem Partisanen-Arbeiterlied "Bella ciao".

Mal ganz zurückgenommen zur Musik fast flüsternd sprechend, dann wieder aus vollem Halse singend, erzählt er seine Geschichten. Beobachtungen, Begegnungen. Erstmals hatte der Liedermacher vier Musikerinnen als Begleitung dabei - "eine Premiere in Franken", wie er sagte. Sie nennen sich "Piccola Orchestra Altamarea", spielgen gar nicht piccola, sondern hervorragend Geige, Bratsche und Cello und klingen dank Technik, als ob man ein ganzen Orchester hören würde.

Sprache sei das Thema dieser Tournee, erzählt Sänger Pippo Pollina seinem Publikum, denn alle kommen aus einem anderen Land: Silvia Savova (1. Geige) aus Bulgarien, Marie Elme (2. Geige) aus Tschechien, Andra Arnicane (Bratsche) aus Lettland und Diane Lambert (Cello) aus Paris. Englisch sei der gemeinsame sprachliche Nenner, erzählt Pollina, ansonsten braucht ja Musik keine Worte.

Fantastisch wie Pollinas melodiöse Lieder durch die Arrangements mit den Streicherinnen gewinnen. Akzentuierter, spannender, dramatischer und ingesamt härter wirken die Lieder, dabei jedoch auch einzelne Passagen weicher, lieblicher.

Großartig der argentinische Tango, der den Zwiespalt zwischen Anziehung-Abstoßen, Verzweiflung, Resignation und auch wieder die Lebensgier einfängt, mit seinem vom Cello gezupften Rhythmus aufgewühlt und der Melodie, die mit den Geigen quasi drüber "schweb".

Ungemein ausdrucksstark auch das von Pollina zur Gitarre gesungene Freiheitslied im Marschrhythmus, das dann in "il giorno del falco" übergeht, einer Hommage an den chilenischen, von den Schergen Pinochets ermorderten Dichter Victor Jara.

Nach den Zugaben und frenetischem Applaus bleiben viele Besucher diesmal noch lange, nützen die Gelegenheit Autogramme zu bekommen, sich mit den Künstlern zu unterhalten oder als Erinnerung eine CD mit nach Hause zu nehmen.

von Dorothee Krätzer

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