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Pressestimmen zu Marili Machado

Düsseldorfer Zeitung

In Argentinien gehört Marili Machado zu den profiliertesten und meistgehörten Interpretinnen des Tangos. Aber auch hierzulande ist die Sängerin keine Unbekannte. Über 200 Fans lateinamerikanischer Musik bejubelten im "zakk" ihr rund zweistündiges Konzerte, bei dem sich die schwarzgelockte Musikerin keineswegs nur auf Tango-Rhythmen beschränkte.
 
"Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann", hatte einst Einrique Santos Discépolo die Musik aus dem Hafen von Buenos Aires beschrieben. Obwohl Marli Machado auch Klassiker aus den 40er Jahren im Repertoire hat, strahlt ihre exzellente Stimme, die das übliche Folklore-Maß weit übertrifft, letztlich mehr Lebensfreude als Resignation aus. Mit viel Sinn für musikalische Spannungsbögen wechselt sie von der glockenklar jubilierenden Intonation einer Nachtigall zum rauen, gutturalen Gurren einer Taube.
 
Was neuere Tangos betrifft, so liebt sie Kompositionen von Eladia Blázquez. Es hat sicherlich nichts mit ihrem Namen zu tun, aber Marili Machado erteilt dem auch im Tango verwurzelten Machismo eine ebenso charmante wie deutliche Absage. Unüberhörbar und auch unübersehbar - ihr Auftritt im offenherzigen Top dürfte manchem Caballero das Blut in Wallung bringenn - demonstriert sie weibliches Selbstbewusstein.
 
"Se dice de me" (was soviel heißt wie "sie zerreißen sich das Maul über mich) singt sie mit einer wundervollen Mischung aus Frivoliät und Ironie. "Solange ich in Argentinien bin, singe ich den Tango, wenn ich aber außerhalb der Grenzen bin, fühle ich mich als Lateinamerikanerin", erklärt Machado, die seit 2003 Kulturbotschafterin ihres Landes ist.
Um das zu unterstreichen, singt sie im zweiten Konzertteil ausgelassen Lieder aus Bolivien und Paraguay, die nur vom Rhythmus des eigenen Handklatschens - natürlich verstärkt von dem des Publikums - begleitet werden.
Es folgen Lieder aus Venezuela, Puerto Rico und Peru. Mit temperamentvollen Milongas beweist Marili machado, dass Argentinier nicht nur Tango-Trauerklöße sind, sondern auch lebensfroh singen, tanzen und feiern können.
Nach den Zugaben gibt es frenetischen Applaus für ein Konzert, dessen Einnahmen unter anderem dazu dienen, die Arbeit der argentinischen Rechtsanwälting Laura Figueroa für die Opfer der einstigen Militärdiktatur zu unterstützen.
von Bernd Schuknecht
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