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Pressestimmen zu Marili Machado

Nürnberger Nachrichten - Kultur, 05.Oktober 2009

Nürnberg - Mit der Reihe "Worldmusic-Cafè" veranstaltet die Villa Leon auch in dieser Saison wieder Konzerte, die die Vielfalt der unterschiedlichsten Musiktraditionen widerspiegeln. Als Auftakt konnte man Marili Machado erleben, die in ihrer Heimat "die Stimme von Buenos Aires" genannt wird.

Die Gitarre fest im Griff, betritt Marili Machado die Bühne. Als offizielle Kulturbotschafterin Argentiniens hat sie natürlich zahlreiche Tangos und Milongas im Gepäck, die das Leben in allen Facetten zu feiern verstehen. Nach dem Motto "Wenn andere längst weinen müssen/singe ich/, weil ich nicht weinen will", wie es in der "Milonga sentimental" heißt, erzählt sie in ihren Liedern von Einsamkeit, dem Verlassenwerden und nostalgischen Erinnerungen. Dabei lauert in den scheinbar traurigen Stücken oft überraschender Witz. Mit feinsinnigem Humor beschreibt "Un cigarito", wie angenehm ein "Zigarettchen" das Gesicht wärmt, wenn sonst schon keiner da ist. Im Refrain bricht die temperamentvolle Musikerin in ein klagendes "Ayayay" aus, in dem Lachen und Weinen verschmelzen.

Internationale Erfolge

Hingebungsvoll taucht Machado in jegliche emotionale Zustände ein, ist dabei mal ein kleines Mädchen und schon im nächsten Moment ein hartgesottener Schurke oder eine schwerblütige Operndiva. Sie schildert Alltagszenen aus Südamerika, die Schönheit der Wasserpflanzen im Rio Paraná, Küsse unter Palmen und das Ehrgefühl der Argentinier.

Beeindruckend ist nicht nur Machados Stimme, die von leiser Einfühlsamkeit bis zu großem Pathos reicht. Auf bestechende Art setzt sie die Gitarre als bloßes Begleitinstrument, Duettpartner, Ggenspieler und Schlagzeug ein. Die Argentinierin feiert international Erfolge, gibt sich aber als "Star zum Anfassen" und versäumt es nicht, ihren Zuhörern immer wieder zuzuprosten und sie zum Mitklatschen einzuladen.

Stehender Applaus

Schon weit vor dem Ende des Programms beginnen Fans, etliche Lied-Wünsche nach vorne zu rufen, von denen die Sängerin schließlich als Zugabe den ein oder anderen erfüllt. Als Machado dann doch irgendwann die Bühne verlässt, applaudiert das Publikum stehend.

 

von Elke Roeder

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