Künstleragentur Lamb-Art
Pippo Pollina - Presse
Rheinische Post, 22. Februar 2010 |
HEILIGENHAUS: Pippo Pollina - schon der Name des facettenreichen italienischen Liedermachers klingt melodiös und poetisch, wie so viele seiner Songs. Aber der charismatische Mann ist weitaus mehr als ein musikalischer Poet - er ist Kosmopolit, Philosoph, Komödiant, Geschichtenerzähler und ein hoch talentierter Musiker.
Das bewies er erneut bei seinem Gastspiel im ausverkauften Kulturzentrum Club. Er präsentierte sich virtuos, sensibel, stimmgewaltig und mit beeindruckender Wandlungsfähigkeit. Der Songwriter ist eine Art Fährmann, schlägt Brücken zwischen Kulturen, knüpft Verbindungen zwischen Musikstilen, Ensembles, Personen, Sprachen und Schicksalen.
Erstmals innerhalb seiner über 20-jährigen Musikerkarriere tourt er mit einem klassischen Streichquartett durch Europa und bot den Gästen im Club einen Abend von großer Intensität mit einem zauberhaften kammermusikalischen Flair, für das die vier jungen Streicherinnen des "Piccola Orchestra Altamarea" sorgten. Die Tschechin Marie Elmer (Violine), die Bulgarin Silvia Savova (Violine), die Lettin Andra Arnicane (Bratsche) und die Französin Diane Lambert (Cello) gaben jedem Lied einen besonderen, edlen Touch, unterstrichen mit virtuosen stimmungsvollen Streicherklängen (arrangiert von Pollina), Poesie, Kraft und Schönheit der Songs, ob in zarten Lyrismen oder schnellen Rhythmen und rasanten Tempi. Sänger und Streichquartett nahmen das Publikum mit auf eine universelle musikalische Reise durch Zeit und Raum in einer fesselnden Verbindung zwischen Pop und Klassik.
Der agile, aber zarte Barde verbrachte als Sohn eines Rechtsanwaltes seine Kindheit zwischen Mafia und Musik. In Palermo lernte der Student der Rechtswisschenschaften und der klassischen Gitarre das Fürchten, als Straßensänger während vieler Jahre in Weltmetropolen das Leben. Beides schärfte seinen Intellekt und seine Sinne. Aufmerksam beobachtet er gesellschaftspolitische Strömungen, nimmt menschliche Begegnungen in sich auf, setzt sie einfühlsam und bravourös musikalisch in seiner vokalreichen Muttersprache um.
Als humorvoller Fabulierer zog Pollina mit Entstehungsgeschichten der Songs die Zuhörer in seinen Bann. Heiter- mleancholisch besang er mit sonorer Stimme, frei von Belcanto- Klischees, die romantischen Seiten des Lebens und mit rauem Schrei Krieg und Menschenverachtung.
Dieser musikalische Hochgenuss zeigte, dass der Sängerpoet seinen sozialen und politischen Idealen ebenso treu bleibt wie den Träumen von Liebe, Freundschaft und Glück. Zugaben waren ein Muss.
von Ruth Ortlinghaus
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